HUMOR IST DER KNOPF;DER VERHINDERT;DASS UNS DER KRAGEN PLATZT: von Joachim Ringelnatz

Beiträge mit Schlagwort “Erinnerungen

Heidi Kabel

 

Eine Volksschauspielerin die ich sehr mochte

 

image

Die Volksschauspielerin sei am Dienstagmorgen um 6.00 Uhr gestorben, sagte der Intendant des Ohnsorg-Theaters, Christian Seeler, der Nachrichtenagentur ddp in Hamburg. Kabel wurde 95 Jahre alt. Seit 2003 hatte sie in einem Senioren-Wohnheim im Hamburger Stadtteil Othmarschen gelebt. Das Ohnsorg-Theater trauere um eine großartige Schauspielerin, um eine wunderbare Kollegin und um einen einzigartigen Menschen, sagte Seeler.

Kabel wurde am 27. August 1914 in Hamburg geboren und stand 1932 erstmals auf der "Niederdeutschen Bühne", dem späteren Ohnsorg-Theater. Kabel wirkte dort in mehr als 160 plattdeutschen Stücken mit. Berühmt wurde sie bundesweit 1954, als der Norddeutsche Rundfunk die Vorstellungen im Fernsehen übertrug. Besonders bekannt wurde die Schauspielerin durch Stücke wie "Tratsch im Treppenhaus".

Advertisements

Zeilen meiner Mutter,niedergeschrieben in den Jahren nach dem Krieg

Image and video hosting by TinyPic

Die Erinnerung an die Kriegsjahre werden mir unvergesslich bleiben,sie haben sich in meine Seele eingebrannt.Die Jahre 1939 und 1945 ,es war eine schreckliche Zeit, ich war alleine mit meinen vier Kleinkindern unter ihnen Zwillinge ,mein Mann war Soldat und im Krieg,wo genau wusste ich nicht,denn die Lebenszeichen kamen spärlich.Aber dieses Schicksal teilte ich mit vielen anderen Frauen.Der Hunger war groß in den Städten und die zugeteilten Lebensmittel sehr karg bemessen.Wie oft ging ich hungrig schlafen um meinen Kindern das letzte Stück Brot zu verteilen,Kartoffeln,wenn vorhanden wurden gehütet wie ein Schatz,die Schalen wurden nicht weggeworfen da wurde nochmals eine Suppe daraus gekocht. Ab und zu,fuhr ich mit den Kindern auf´s Land um vielleicht bei irgendwelchen Bauern ,etwas eintauschen zu können,ein bisschen Schmalz oder Mehl.Und so fuhr ich,wieder mal mit dem Zug und den Kindern hinaus aufs Land,in der Hoffnung etwas zu bekommen und in keine Luftangriffe zu geraten und diese Fahrten waren immer sehr  schwierig und gefährlich ,aber was war in dieser Zeit schon leicht. Einmal bei der Rückfahrt wurde der Zug bombardiert,wir mussten so schnell es ging raus aus dem Zug,ich weiß heute nicht mehr wie ich es geschafft habe,mein vier kleinen Kinder aus dem Zug zu bekommen,wir lagen dann mit vielen anderen Frauen und Kindern in der Böschung,die Kinder weinten vor Angst und auch Hunger,der Zug konnte nicht weiterfahren,also musste ich zu Fuß versuchen ,nach Hause zu kommen.Ich nahm die Jüngste auf den Arm,den Zwillingen prägte ich ein sich gut an meinem Rock festzuhalten,die Älteste war gottseidank schon selbständig genug und war mir auch schon eine kleine Unterstützung,aber es lag ein langer Fußmarsch vor uns,und der wurde durch Umwege ,die wir machen mussten,da viele Straßen wegen Blindgängern gesperrt waren.noch länger .Die Kinder konnten nicht mehr vor Erschöpfung und auch ich war verzweifelt und wie schon so oft verfluchte ich diesen Krieg,der soviel unsägliches Leid und Not über alle Menschen in den Ländern brachte,wo dieser Krieg herrschte.Ich nahm all meine Kraft zusammen,sagte mir immer wieder du musst weitergehen,du musst deine Kinder nach Hause bringen,auch wenn du nicht weißt ob dieses zu Hause überhaupt noch steht.Noch heute wundere ich mich darüber,warum  wir nicht alle fünf auf der Straße liegengeblieben sind,jedoch ich bin dankbar,dass wir es geschafft haben.Obwohl,als wir ankamen,unser zu Hause zum Teil von Bomben zerstört war  war,aber wir konnten immerhin noch darin leben,jedoch das Wohnhaus meiner damaligen Freundin war komplett zerstört und obwohl wir Nachbarsfrauen mit bloßen Händen versuchten die Menschen aus den Trümmern zu bergen, meiner Freundin und ihren Kindern konnte ich leider nicht mehr helfen.Ja die Zeiten damals waren schrecklich,auch ehemalige Freunde entpuppten sich plötzlich als Feinde,wollten mich abführen,weil ich jemanden geholfen habe,ich war damals so entsetzt wie der Krieg Menschen  verändert hatte.Als dieser Krieg endlich vorbei war,begannen wir Frauen,Jung und Alt ,die Trümmer die dieser schreckliche Krieg hinterlassen hatte wegzuräumen,denn Männer waren fast keine da,nur Alte und Invalide.Aber wir waren so froh,dass dieser schreckliche Krieg endlich vorbei war.Nun begann für uns Frauen die Trümmerbeseitigung,die Männer waren ja entweder in Kriegsgefangenschaft,verwundet oder gefallen,wir Frauen taten das nicht um später als Heldinnen da zustehen,nein für diese schwere Arbeit gab es größere Lebensmittelrationen ,und diese waren Überlebenswichtig für unsere Kinder .1945 bis 1947 herrschte eine sehr große Hungersnot und im Dezember 1946 begann noch dazu ein eiskalter Winter,ein Winter ohne Heizmaterial ,viele Fenster haben wir nur notdürftig mit Kartons dichtgemacht,so gut es eben ging,es war ja alles zerstört und .das was nicht durch Bomben zerstört war,haben die Besatzungsmächte demontiert,abtransportiert oder für sich beansprucht. Vom Einmarsch der ersten Truppen der Siegermächte will ich hier nicht´s niederschreiben,denn dies kann ich nicht in Worte fassen,nur soviel,wir Frauen mussten uns verstecken,den vor Vergewaltigung war keine Frau,ob jung oder alt ,auch kein Kind sicher.Nun gottseidank ,wir haben all dies überlebt und auch mein Mann kehrte eines Tages aus der Gefangenschaft heim ,aber der Krieg hatte ihn doch sehr verändert . Ich hoffe nur ,dass so eine schreckliche Zeit nie wieder kommt und meine Kinder und Enkelkinder so etwas nie erleben müssen.

Trümmerfrauen in Deutschland und Österreich

truemmerfrauen1_n Berlintruemmerfrauen_teas_687506g at.w440406c.jpsLinz 1945

 

Ich habe hier diese Zeilen meiner Mutter

in Gedenken an all die Frauen und Mütter

dieser Zeit,ob hier oder anderswo niedergeschrieben,

um all den Frauen zu danken,was sie damals  für

ihre Familien und den Wiederaufbau der ersten

Stunde geleistet haben,auch wenn viele dieser tapferen

Frauen nicht mehr leben,sie haben es verdient,

dass man sie nicht vergisst. 

 

Image and video hosting by TinyPic

Technorati-Tags: