HUMOR IST DER KNOPF;DER VERHINDERT;DASS UNS DER KRAGEN PLATZT: von Joachim Ringelnatz

Archiv für 28. März 2012

Wie gut es uns Frauen in der westlichen Welt geht im Vergleich mit…

Die Sklavenarbeit ist immer noch aktuell,unfassbar,aber traurige Wirklichkeit.Und wir profitieren auch noch davon,wie schrecklich ist das denn.

 

Das Schicksal der Lohnsklavinnen

 

Indisches Mädchen. Quelle: ap

 

Billigmode aus Indien

Vor drei Monaten konnte sie nicht mehr. Die 19-jährige Priya wollte ihr Leben mit einer Dose Pestizide beenden. Priya musste Zwangsarbeit in einer Textilfabrik verrichten, sie wurde wie eine Sklavin gehalten. Im Tod sah sie den einzigen Ausweg aus ihrem Elend.

  • Sendung vom 28.03.2012

Immer mehr arme indische Eltern geben ihre Töchter weg, als eine Art Kreditsicherheit. Denn sie brauchen viel Geld für die spätere Hochzeit der Mädchen. Eine Heirat ist für Mädchen aus armen Familien die einzige Chance auf soziale Absicherung. Doch die Eltern müssen den Mädchen eine finanzielle Aussteuer mitgeben. So verlangt es die Tradition. Ohne Geld würde kein Mann sie nehmen. Weil sie die Aussteuer nicht bezahlen können, verkaufen hunderttausende Eltern ihre Töchter für ein Kreditversprechen an die Textilindustrie. Es gibt wenig Lohn und der wird erst am Ende ausgezahlt – nach Jahren der Knechtschaft. Wenn die Kindheit vollends gestohlen und vorbei ist.

Indisches Mädchen nach Zwangsheirat. Quelle: reuters

reuters

Indisches Mädchen nach Zwangsheirat

Versklavt für unsere Mode

Was hat das alles mit uns zu tun? Eine ganze Menge: Das T-Shirt, das wir tragen, das Sommerkleid oder die modische Unterhose – viele Produkte hierzulande wurden von Priya und ihren Leidensgenossinnen hergestellt. Rund 120.000 Mädchen sollen derzeit versklavt sein, vor allem in den Spinnereien. In Indien ist das Problem seit langem bekannt, doch kaum etwas passiert. Menschenrechtler fordern daher mehr Aufklärung in den Abnehmerländern. Die Konsumenten sollten wissen, woher die Kleidung kommt, die sie tragen: Nur die Macht des Marktes könnte etwas verändern, so die Experten.

Zoom-Autor Michael Höft begibt sich auf Spurensuche. Es stellt sich heraus: Die "schmutzige Ware" trägt viele bekannte Markennamen. Als Hersteller beschäftigen die Unternehmen Lieferanten in Südindien, und die bekommen ihre Rohware aus Fabriken, in denen die Mädchen praktisch gefangen gehalten werden. Tirupur in der Provinz Tamil-Nadu hält einen traurigen Weltrekord. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele Selbstmordversuche wie hier. Die Opfer sind meist Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren. Die meisten versuchen sich mit Pestiziden das Leben zu nehmen. Oder sie übergießen sich mit Benzin und zünden sich an. Dennoch geht die Versklavung der jungen Mädchen weiter.

Mit Material von ZDF

 

Mehr davon heute Abend im ZDF um 22 Uhr 45,in der Sendung  Zoom

 

 

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